I-Punkt digital

In der Ausgabe Nummer 40-2020 (Dezember) war zu lesen ...

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das Titelbild vom iPunkt 39 zeigte die Straßenfront der Patisserie von Gil Avnon: Zwei Stühle und ein Tisch luden zum Verweilen ein, aber der Lockdown machte das unmöglich. Nach einem Sommer, der uns hoffnungsvoll hinauslockte und das Alltagsleben fast normalisierte, zwingt der Verlauf der Pandemie jetzt wieder zum Verzicht: kein Café darf uns bewirten, kein Hotel beherbergen. Wir laufen maskiert herum, stehen im kalten Herbstwind vor Geschäften, wir beachten Richtungsmarkierungen in den Läden und schieben im Supermarkt einen riesigen Einkaufswagen vor uns her, auch wenn wir nur einen einsamen Kopf Salat transportieren. Der Schulalltag wird von strengen Hygiene Regeln gegliedert - Mund und Nase der beteiligten Personen sind bedeckt, ein freundliches Lächeln nur an den Augen erkennbar.

Es gibt kein Klassenspiel, kein Winterfest, kein Chor, kein Orchester, kein besonderes Fest. Und gerade Letzteres hatten wir geplant: seit zwanzig Jahren freuen Sie sich (hoffentlich) über die Zusendung des iPunkts und die vierzigste Ausgabe wollten wir mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, feiern . mit großem Buffet, eindrucksvollen Reden und vielen Gesprächen. Alles gestrichen – aber wir lassen uns nicht entmutigen, und hier ist sie, die Jubiläumsausgabe 40. Rechts sehen Sie das Titelbild der Nummer eins. Nach der großen 70 Jahrfeier der Waldorfschule saß ein Initiativkreis im Geschäftszimmer der Rudolf Steier Schule zusammen, finster entschlossen, das Feuer, das die Festtage entzündet hatten, nicht verlöschen zu lassen. Wir wollten die Kontakte, die so wunderbar entstanden waren, weiter pflegen. Ein Ehemaligen Newsletter sollte entstehen, so wie er in den angelsächsischen Ländern schon lange üblich ist. Thorsten Altmann und ich ergriffen diese Aufgabe, nicht ahnend, dass sie uns zwanzig Jahre begleiten würde.

Wir schöpften erst einmal den Namen: „iPunkt“ – Informationspunkt. Dann zauberte Thorsten das Logo: man sieht einen Stadtplan von Dahlem. Eine Lupe (ich dachte dabei an Sherlock Holmes) transportiert ein Gebäude in den Mittelpunkt: unverkennbar – die Rudolf Steiner Schule. Anfangs veröffentlichten wir noch Termine von Klassenspielen und Schulfesten. Von der zehnten Ausgabe an übernahm Maria Grammatikopoulos das Layout unseres Newsletters und mit ihr kam das neue Logo.

2001 – 2020: Vor mir liegt ein Ordner mit 40 Ausgaben des iPunkts. Das Durchblättern ist eine kleine Zeitreise, und ich wünschte, Sie könnten mitreisen und sich erinnern: an die Geschichte der Neubauten, vom Abriss der Abiturbaracke über den Streit mit den Nachbarn bis zur Fertigstellung - an den Kauf der „geheimnisvollen Villa“ bis zum Umbau – an den Bau der Mehrzweckhalle und die ersten Blumen und Pflanzen des Schulgartens – an den Auftritt von Eseln, Schafen und Hühnern, die jetzt da leben, wo früher Wachpersonal am Stacheldrahtzaun patrouillierte – an aufregende Reisen und ungewöhnliche Lebensläufe von Ehemaligen.

Sie sind, liebe Leserinnen und Leser, uns treu geblieben: Dafür danken wir Ihnen. Wir sind durch jeden Kontakt und jeden Bericht reicher geworden. Ich habe in den zwanzig Jahren unendlich viel gelernt, und mich (nebenbei bemerkt) mit dem Computer angefreundet.

Bleiben Sie gesund – und wenn wir die Pandemie besser im Griff haben, so holen wir das Ehemaligenfest nach, weder hybrid noch virtuell, sondern real und hoffentlich zum Anfassen.

Ihre Gisela Schuster